IMC - International Media Center

 

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Das IMC Research Lab – Forschungszentrum zu internationalen Medienöffentlichkeiten

Dank seiner Förderung durch erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Hamburger Hochschulen ist eine erstklassige Theorie-Praxis-Integration im International Media Center gesichert. Im IMC Media Lab wird das Wissen über Mediensysteme in anderen Ländern geschaffen, das die Grundlage für den Erfolg der IMC-Medienprogramme bildet.

Die Idee für das IMC Media Lab wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Siegfried Weischenberg vom Lehrstuhl Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg entwickelt. Einen exzellenten internationalen Ruf hat es sich insbesondere durch Forschungsprojekte in den Feldern der Journalismusforschung und der Kommunikationswissenschaft erworben. In der repräsentativen Studie „Journalismus in Deutschland“ wurde untersucht, welche Akteure journalistische Aussagen produzieren, welche Merkmale Journalistinnen und Journalisten in Deutschland aufweisen und unter welchen Bedingungen sie arbeiten. Die Ergebnisse des Projekts fanden nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in der Praxis große Beachtung. Die Studie schuf Grundlagen für detaillierte internationale Vergleichsstudien zum Journalismus.

Zum besseren Verständnis der Transformationsprozesse im Mediensystem trug auch das ebenfalls vom Lehrstuhl verantwortete Forschungsprojekt „Konturen aktueller Medienkommunikation“ bei. Es untersuchte in Grenzbereichen des Journalismus eingehend und methodisch vielfältig, wie die Zukunft aktueller Medienkommunikation aussehen kann. Analysiert wurden insbesondere genrespezifische Hybridisierungen, Medientypen, Akteursrollen und die Grenzen zwischen Journalismus und Public Relations.

Die international vergleichende Journalismusforschung am IMC Research Lab konzentriert sich auf zwei Kompetenzfelder: Das erste Kompetenzfeld vergleicht die Entwicklung von Journalismus, Öffentlichkeit und gesellschaftlichem Wandel im In- und Ausland. Das zweite Kompetenzfeld untersucht – ebenfalls im transnationalen Vergleich – aktuelle journalistische Kommunikationsprozesse im Kontext von politischer Kommunikation und Public Diplomacy.

Die wissenschaftliche Forschung ist direkt mit den Medienprogrammen des IMC verknüpft. In eigenen Forschungsarbeiten lernen die Studierenden die Methodik wissenschaftlichen Arbeitens kennen und werden darin geschult, gewonnene Daten zu analysieren, zu interpretieren und in den Forschungszusammenhang einzuordnen. Daten beurteilen, Expertenmeinungen einschätzen, Anregungen für eigene Forschungsprojekte gewinnen – all das wird auch den Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Hamburger Studierenden durch die Mitarbeiter des IMC Research Lab vermittelt.

Die Forschungsprojekte der Mitarbeiter spiegeln die Bandbreite der internationalen Kommunikations- und Medienforschung wider. In der Vergangenheit haben sich Studien unter anderem mit den Themen Journalismusforschung, Redaktionsforschung, Skandalforschung, Rezipientenforschung, Medienethik und Fragestellungen aus dem Bereich der politischen Kommunikation und der Vertrauensforschung befasst.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Siegfried Weischenberg wurden in den vergangenen Jahren unter anderem folgende Forschungsprojekte durchgeführt:

  • Inter- und Intra-Transaktionen im Medienwirkungsprozess
    Untersuchung der Anpassungsprozesse im kognitiven System von Kommunikatoren und Rezipienten bei einer Kommunalwahl: Vierwellige Panelbefragung von Lesern und Journalisten dreier Tageszeitungen (ca. 4.000 Interviews), Inhaltsanalyse (ca. 16.600 Artikel) (1984-1989, m. K. Schönbach, Feldarbeit: Emnid; Förderung durch die DFG im Schwerpunkt „Publizistische Medienwirkungen“)
  • Kompetenz und Technik (KoTec)
    Journalistenausbildung für die Informationsgesellschaft. „Untersuchung des technikinduzierten gesellschaftlichen Wandels und seiner Folgen für Kommunikationsprozesse und Kommunikationsberufe in der Bundesrepublik“: Literaturrecherche, telefonische Befragung von Medienunternehmen, Inhaltsanalyse von Stellenanzeigen, Delphi-Befragung von Medienexperten (3 Wellen) (1987-1991; Förderung durch die DFG)
  • Innovationen und Investitionen
    Internationaler Vergleich der Situation in Zeitungsverlagen: Literaturanalyse, Leitfadengespräche, schriftliche Befragung (1991-1993; Projekt II.5b im Forschungsprogramm „Ökonomie und Zukunft der Printmedien“ des Österreichischen Wissenschaftsministeriums)
  • Journalismus in Deutschland (JouriD)
    Definition und Ermittlung journalistischer Medien Personalzahlerhebung in den journalistischen Medien: Repräsentativbefragung von 1.498 Journalistinnen und Journalisten in West- und Ostdeutschland (1991-1994, Feldarbeit: GFM/Getas; Förderung durch die DFG)
  • Konturen aktueller Medienkommunikation (KaMkom)
    Differenzierung und Entdifferenzierung spezifischer Strukturen und Leistungen von Journalismus in der Informationsgesellschaft: Komparative Sekundäranalyse, Experteninterviews (Italien, Schweiz), Leitfadeninterviews, Input-Output-Analyse, Inhaltsanalysen, Beobachtung (2000-2002; Förderung durch die DFG)
  • Journalismus in Deutschland (JouriD II)
    Definition und Ermittlung journalistischer Medien; Personalzahlerhebung in den journalistischen Medien: Repräsentativbefragung von 1536 Journalistinnen und Journalisten (2003-2007, m. A. Scholl, Feldarbeit: Ipsos; Förderung durch die DFG)

Zudem untersucht ein aktuelles Forschungsprojekt mit dem Titel „Auf den Spuren von Max Weber: Inventar empirischer Journalismusforschung 1910-2010“ am IMC Research Lab die Entstehung und Entwicklung der internationalen Journalismusforschung, die sich seit Webers Arbeitsskizze für eine „Enquete über das Zeitungswesen“ als wissenschaftliches Arbeitsfeld etabliert hat.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Siegfried Weischenberg

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